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Vom Loslassen und Ankommen zu Improvisation und Freestyle

Inklusives Theaterprojekt der HEP-Klasse F15B

VON MELANIE ENNS, MAREN PUCKER UND NATHALIE HERZOG

Im Rahmen der praxisintegrierten Fachschulausbildung fand in der Theaterwerkstatt Bethel eine fünftägige Blockwoche der Klasse F15B (zweites Ausbildungsjahr) der Fachschule für Heilerziehungspflege statt.

Die Blockwoche vom 19.09. - 23.09.2016 in der Theaterwerkstatt wurde von Frau Lotti Kluczewitz und Herrn Canip Gündogdu begleitet, welche Unterstützung von zwei künstlerischen Assistent_innen namens Jule und Jonas erhielten und im Rahmen der freien Gestaltung stattfand.

Der erste Tag stand ganz im Zeichen des Ankommens und Loslassens, welches an den weiteren Tagen immer mehr ins Blut überging. Da es sich um ein inklusives Projekt handelte, nahmen auch einige Klient_innen aus verschiedenen Einrichtungen in Bethel teil, in denen einige von uns Studierenden der F15B ihren praktischen Teil der Ausbildung absolvieren. Die Klient_innen haben unsere Klasse durch ihre Einzigartigkeit und ihre Leichtigkeit in ihrem Handeln einfach nur bereichert und immer wieder beeindruckt.

Egal ob Beatboxen, Improvisationstheater, Stimmübungen, Freestyle oder andere Herausforderungen, denen wir uns gemeinsam gestellt haben, waren wir uns im Nachhinein alle darüber einig, dass uns die gemeinsame Woche als Klasse noch enger zusammengeschweißt hat sowie einige unserer Mitschüler_innen uns wirklich überraschen konnten. Am Freitag führten wir als Gesamtgruppe einiges aus unserem Repertoire der erarbeiteten Stücke der letzten Tage, die auch teilweise aus Improvisationen bestanden, vor eingeladenen Zuschauer_innen aus den Einrichtungen Bethels, dem Berufskolleg und unseren Freundeskreisen auf. Auch dieser Tag bot einiges an Überraschungen und zeigte deutlich, wie gut wir sowohl als Klassenverbund als auch als Team mit unseren Klient_innen agieren konnten.

Die HEP-Klasse F15B zusammen mit Klient_innen aus verschiedenen Einrichtungen in der Theaterwerkstatt Bethel

In den jeweiligen Reflexionsgesprächen im Anschluss an die Übungen am Vormittag waren wir aufgefordert, uns immer wieder neu unseren persönlichen Herausforderungen zu stellen oder auch darüber nachzudenken, was uns an diesem Tag besonders gut gelungen ist.

Das gemeinsame Spiel forderte heraus und ließ uns oftmals über unsere Schatten springen. Wir haben unterschiedliche theaterpädagogische Konzepte ausprobieren können und hierbei unserer Kreativität freien Lauf gelassen. Im Theater gibt es kein „Richtig“ oder „Falsch“ - das haben wir schnell erkannt und waren daher um einiges freier in unserem Handeln. Oftmals wurde in Gruppen zu einem bestimmten Thema ein kleines Stück eingeübt; sei es mit Hüten oder einem bestimmten Gegenstand, zu dem eine Story entwickelt oder ein sog. Chaoskonzert aufgeführt wurde. Während der gesamten Blockwoche wurden uns - ganz im Sinne der freien Gestaltung – nur wenige Grenzen gesetzt. Und wenn dieses geschah, konnten wir diese Grenzen zum Schaffen von Nachvollziehbarkeit immer kritisch hinterfragen.

Wir bedanken uns bei den teilnehmenden Klient_innen, bei Canip und Lotti, sowie den ehrenamtlichen Assistent_innen Jule und Jonas und natürlich bei unserer Lehrerin für das Fach „Spiel“, Frau Waltraud Bäcker, für die bereichernde Zeit. Außerdem möchten wir uns bedanken für die Unterstützung aus der Ulrike-Pfeiffer-Stiftung, welche diese erfahrungsreiche Zeit erst möglich gemacht hat.

Die Klasse F15B, Fachschule für Heilerziehungspflege