Wahrnehmungsangebote im Freizeit- und Kulturzentrum Neue Schmiede

In der diesjährigen Blockwoche vom 16.10. - 20.10.2017 machte sich die F15B (Oberstufe der praxisintegrierten Ausbildung an der Fachschule für Heilerziehungspflege) auf, unbekanntes Terrain zu erkunden und Fachwissen, welches wir zuvor im Unterricht der „Basalen Stimulation“ thematisiert hatten, konkret anzuwenden.

Basale Stimulation – (Selbst-)Erfahrungen und ein Pilotprojekt in der diesjährigen Blockwoche der F15B

VON MELANIE ENNS

In der diesjährigen Blockwoche vom 16.10. - 20.10.2017 machte sich die F15B (Oberstufe der praxisintegrierten Ausbildung an der Fachschule für Heilerziehungspflege) auf, unbekanntes Terrain zu erkunden und Fachwissen, welches wir zuvor im Unterricht der „Basalen Stimulation“ thematisiert hatten, konkret anzuwenden. Laut Andreas D. Fröhlich, Professor der Sonderpädagogik, verfolgt die Basale Stimulation unter anderem das Ziel, durch Wahrnehmungsförderung Leben zu erhalten, die Außenwelt und eigene Entwicklung zu erfahren und auch in Autonomie und Verantwortung zu leben. Und so freuten wir uns sehr, dass insgesamt 31 Klient_innen aus unterschiedlichen Einrichtungen der Behindertenhilfe aus Bethel unserer Einladung folgten: „Eingeladen sind alle, die Freude daran haben, ihren Körper zu spüren sowie ihre Wahrnehmung und Konzentration zu fördern, um alle Sinne zu (er)leben“.

Zur Vorbereitung auf unseren „großen Tag“, dem 19.10.2017, an dem wir unsere selbst entwickelten Wahrnehmungsangebote mit Klient_innen im Freizeit- und Kulturzentrum Neue Schmiede Bethel durchgeführt haben, hatten wir Studierenden uns zuvor in fünf Gruppen mit unterschiedlichen Dominanzen der Wahrnehmung auseinandergesetzt (somatische, vestibuläre, taktil-haptische, olfaktorische und die vibratorisch/ akusto-vibratorische Dominanz), um den Klient_innen zielführende Angebote machen zu können.


 

Aber es war nicht nur allein das Entwickeln von attraktiven Angeboten der Basalen Stimulation, sondern auch die Raumgestaltung innerhalb der Räumlichkeiten der Neuen Schmiede stand bei uns in der Vorbereitung mit im Fokus. So galt es, neben der Barrierefreiheit ein angemessenes Raumklima zu gestalten, in dem sich die Klient_innen willkommen sowie geborgen fühlten und in dem unsere Angebote auch klientenorientiert durchgeführt werden konnten. Demnach war es jeder/ jedem Einzelnen unserer Klasse bewusst, dass wir oftmals flexibel zu reagieren hätten, um unsere geplanten Angebote den Klient_innen anzupassen, um eine Über- aber ggf. auch eine Unterforderung zu vermeiden.

Und ebenso wie uns die Klient_innen unbekannt waren, waren auch wir für diese fremde Personen. In diesem Zusammenhang kam für uns ein weiteres zentrales Ziel der Basalen Stimulation zum Tragen: Das Ziel, Beziehung aufzunehmen und Begegnungen zu gestalten, indem wir einfühlsam, wertschätzend und individuell auf unsere Gäste zu- und eingingen.


 

In den unterschiedlichen Angeboten arbeiteten wir mit verschiedenen Düften, Geräuschen und Materialien. Außerdem mussten sich die Klient_innen vor allem im Bereich der somatischen Stimulation auf Nähe einlassen können, um z.B. in den Genuss einer Handmassage zu gelangen oder verschiedene Naturmaterialien auf der Haut des Armes zu erfahren. Im Bereich der vestibulären Wahrnehmung galt es auch, Sicherheit zu erleben und Vertrauen aufzubauen, um den eigenen, in uns wohnenden Rhythmus durch die Angebote erkennen zu können.

Ganz gleich auf welches Angebot wir blickten, es lag an uns Studierenden, die einzelnen Sinne der Klient_innen zu fördern, die Individualität unseres Gegenübers zu sehen und zu berücksichtigen. Als Klasse konnten wir im Nachhinein von einer sehr angenehmen Atmosphäre berichten und auch stolz auf das Gelingen dieses Pilotprojektes blicken, an dem wir alle gleichermaßen mitgewirkt haben. Unser Dank gilt an dieser Stelle Frau Rebecca Knull, Mitarbeiterin der Neuen Schmiede, und unserer Klassenlehrerin Frau Jünger, die uns mit Rat und Tat zur Seite standen, um dieses Projekt zu einem wunderbaren Erfolg für uns und die teilnehmenden Klient_innen werden zu lassen.

 

Kooperationspartner

Slick Playground