B1610 01

Fachschulen des Sozialwesens - Fachrichtung Heilpädagogik

Heilpädagog_in

Berufsbild:

„Heilpädagoginnen und Heilpädagogen betrachten den einzelnen Menschen in seiner Ganzheit, in seinen sozialen Bezügen und insgesamt als eine bio-psychosoziale Einheit. Dabei versteht sich die Heilpädagogik als Teilbereich der Allgemeinen Pädagogik und ist überall dort gefragt, wo Menschen jeden Alters aufgrund von sozialem Ausschluss, Beeinträchtigung oder (drohender) Behinderung vor Entwicklungs- und Teilhabebarrieren stehen und die Allgemeine Pädagogik keine entsprechenden Lösungsmöglichkeiten vorhält.“
(aus: Berufsverband Heilpädagogik (2018): Argumentarium Heilpädagogik. Berlin: Bhp Verlag.)

Typische Handlungsfelder:

Heilpädagog_innen sind aktuell in einer Vielzahl von Handlungsfeldern tätig und gefragt. Laut der Berufsfeldanalyse des Berufs- und Fachverbandes Heilpädagogik (BHP) e.V. aus dem Jahr 2011 – bezogen auf alle Bundesländer - sind etwa

  • 35% aller Heilpädagog_innen im Handlungsfeld der Kindertagesstätten,
  • ca. 20% in der Frühförderung,
  • etwa 15% in Schulen,
  • ca.12,5% in den Hilfen zur Erziehung
  • sowie etwa 10% in der stationären Behindertenhilfe tätig.
  • Darüber hinaus stellt der Bereich der psychiatrischen Handlungsfelder (Kinder-, Jugend- und Erwachsenenpsychiatrie) ein wachsendes Tätigkeitsfeld dar.

Heilpädagog_innen handeln in Einzelbezügen, in Gruppen, in gruppenübergreifenden Tätigkeiten, in Leitungsaufgaben und in der interdisziplinären Zusammenarbeit mit weiteren Fachkräften im multiprofessionellen Team.

Aufnahmevoraussetzungen:

In die Fachschule kann aufgenommen werden, wer

  • mindestens den Abschluss der Fachoberschulreife und
  • eine abgeschlossene Fachschulausbildung im Bereich des Sozialwesens (Erzieher_in; Heilerziehungspfleger_in) hat

oder

wer eine als gleichwertig anerkannte Qualifikation:

  • Abschluss eines pädagogischen Hochschulstudiums (mindestens Bachelor-Abschluss) in Verbindung mit einer einschlägigen berufliche Tätigkeit in einem sozialpädagogischen Arbeitsfeld von mindestens einem Jahr oder;
  • Berufsabschluss als Ergotherapeut_in, Physiotherapeut_in, Logopäde/Logopädin, Gesundheits- und Krankenpfleger_in, Gesundheits- und Kinderkrankenpfleger_in, Altenpfleger_in, Familienpfleger_in in Verbindung mit mindestens einer einjährigen Berufstätigkeit in einer heil-, sonder-/rehabilitations- oder sozialpädagogischen Einrichtung oder einem psychiatrisch/gerontologischen Arbeitsfeld nach Erlangen der vorgenannten Berufsabschlüsseoder;
  • Abschluss einer Meisterausbildung in einem gewerblich-technischen Beruf in Verbindung mit einer einschlägigen beruflichen Vorerfahrung in der Arbeit mit Menschen mit Beeinträchtigungen von mindestens einem Jahr hat.

Organisation der Ausbildung

Die Ausbildung zur staatlich anerkannten Heilpädagogin/zum staatlich anerkannten Heilpädagogen wird am BK Bethel in Vollzeitform durchgeführt.
Die wöchentliche Unterrichtszeit umfasst insgesamt mindestens 30 Stunden. Der Unterricht findet in der Regel von 8.00 bis 13.10 Uhr statt. Es gelten die Ferienzeiten des Landes Nordrhein-Westfalen.

Für das Schuljahr 2019/20 startet landesweit in NRW für Erzieher_innen und Heilerziehungspfleger_innen und Absolvent_innen eines pädagogischen Hochschulstudiums (mindestens Bachelor-Abschluss) eine „verkürzte“ Ausbildung. Die Verkürzung umfasst 600 Unterrichtstunden (Die Kürzung erfolgt von 1 ½ Jahren auf 1 Jahr.).

Unterrichtsfächer:

im fachrichtungsübergreifenden Lernbereich

  • Deutsch-Kommunikation/Unterstützte Kommunikation
  • Englisch
  • Politik/Gesellschaftslehre (Recht)
  • Medizinische Grundlagen

im fachrichtungsbezogenen Lernbereich

  • Theoretische Grundlagen der Heilpädagogik und ihre Didaktik/Methodik (Allgemeine Heilpädagogik, Differentielle Heilpädagogik I und II, Psychologie)
  • Theologisch/anthropologische/ethische Grundlagen der Heilpädagogik

Methoden der Heilpädagogik

  • musisch-kreative Verfahren
  • bewegungsorientierte Verfahren
  • Beratungsverfahren
  • psychotherapeutisch orientierte Verfahren
  • Körperorientierte Verfahren

Differenzierungsbereich:

  • Diagnostik (Entwicklungsdiagnostik, Motodiagnostik)

Ergänzt wird der theoretische Unterricht durch:

  • ein Projekt mit inklusivem Charakter und
  • eine „Heilpädagogische Praxis“ mit schulischer Begleitung (Blockpraktikum in Vollzeitform, darauf aufbauend Wochenpraxis in dem 2. Halbjahr)

Zertifikate, die im Rahmen der Ausbildung erworben werden:

  • Grundkurs: Einführung in die Unterstützte Kommunikation
  • Prävention von sexuellem Missbrauch bei Frauen mit einer geistigen Behinderung

„Mehrwert“ durch die Ausbildung zum/zur staatlich anerkannten Heilpädagogen/Heilpädagogin:

  • Erweiterung der Arbeitsfelder:
    Fachkraft für den Bereich der Erziehungshilfe (für Heilerziehungspfleger_innen); Arbeit in Frühförderstellen und heilpädagogischen Praxen, integrative Kitas; heilpädagogische Arbeit mit Kindern und Jugendlichen und/oder Erwachsenen (s. Erzieher_innen); Schulen; Selbstständigkeit usw.
  • Erweiterung des Wissenstandes:
    Diagnostik; Methoden (Systemische Arbeit; Video-Home-Training, Unterstützte Kommunikation; Spieltherapie usw.); Inhalte (s. Inklusion; ICF, Traumapädagogik usw.)
  • Vertiefung der Praxiserfahrungen und Reflexion:
    Arbeit und Reflexion in anderen Settings (z. B. Einzelförderung, inklusive Kleingruppen, 14-tägige Supervision in Kleingruppen; Videoanalyse usw.)
  • Tarifliche bessere Bezahlung als weiterqualifizierte Fachkraft:
    in der Regel EG 9
  • Aufstiegschancen:
    z. B.: Einrichtungsleitung
  • Verkürzung des BA-Studiums Heilpädagogik an der FHdD
    Anerkennung von 75 Credipoints für den BA-Studiengang Heilpädagogik mit dem Schwerpunkt Management oder Beratung an der FHdD Bethel

Finanzierung

An unserem Berufskolleg besteht Schulgeldfreiheit. Bei entsprechenden Voraussetzungen ist eine Förderung nach Meister-BAföG möglich. In Einzelfällen kann auch eine Umschulungsmaßnahme gefördert werden.

Informationen zur Bewerbung:

Die nächste Klasse (H19A) beginnt verkürzt auf ein Jahr nur für Erzieher_innen und Heilerziehungspfleger_innen und Absolvent_innen eines pädagogischen Hochschulstudiums (mindestens Bachelorabschluss) zum Schuljahr 2019/2020 (1. Schultag: 28.08.2019).

Sie können sich ab sofort an unserer Fachschule bewerben. Bitte reichen Sie dazu folgende Unterlagen ein:

  • Bewerbungsschreiben mit Begründung, warum Sie sich für diese Ausbildung entschieden haben,
  • Lebenslauf bestenfalls mit Passbild,
  • Abschlusszeugnis der Fachausbildung, ggf. mit Urkunde der staatlichen Anerkennung,
  • Nachweis der Fachoberschulreife, bzw. Fachhochschulreife oder Allgemeinen Hochschulreife,
  • ggf. Nachweis einer beruflichen Tätigkeit.

Haben Sie noch Fragen?

Rufen Sie uns an, wir informieren Sie gern. Anfragen und Bewerbungen richten Sie bitte an:

Friedrich-v.Bodelschwingh-Schulen
Berufskolleg Bethel
Bethelweg 10
33617 Bielefeld
Telefon: (0521) 144-3917
Fax: (0521) 144-3967
E-Mail: berufskolleg-hpz@fvbschulen.de


Hildegard Gude

Hildegard Gude GUH

Bildungsgangleitung
Fachschule für Heilpädagogik
Aufbaubildungsgang Heilpäd. Förderung mit dem Pferd

Raum A 109